Katarina Jensen

Schnurwerk

 

Ausstellungen im In und Ausland/ Auszug:

2014
nada Lokal , Wien
2012
Galerie Remixx, Graz
2011
Museum Elbinsel, Kirchddorf
2009
Gruppenausstellung „ Erotic Art“, Künstlstätte am Michel, Hamburg
Einzelausstellung und Buchpräsentation „Tempo Algarve“ Künstlstätte am Michel, Hamburg
2008
Ausstellung im Rahmen der IBA in der Halle 13, Phusthof
Einzelausstellung, Galerie Künstlstätte am Michel, Hamburg
2006
Atelier- Gründung, Hamburg
2005
Einzelausstellung Atelier Fährstraße, Hamburg

Biografie

Katarina Jensen ist eine äußerst spannende und außergewöhnliche Künstlerin. 1998 nach gelungener Krebsoperation zerstörte eine hormonelle Nachbehandlung ihre Makula und bewirkte eine Vernarbung der Netzhaut. In Sekundenschnelle sah sie nur noch verpixelt. Sie konnte weder lesen, malen, noch ihren gewohnten Beschäftigungen nachgehen. Seit 2001 ist Katarina Jensen fast blind.

Katarina Jensen: „für mich ein biografischer Nullpunkt. Allem zum trotz, fand ich plötzlich meinen eigenen besonderen Weg und beschloss einen Neuanfang! Alles was mir obsolet erschien, wie alte Zeichnungen und Zeitungen, unpassende Kleidung oder alte Klamotten, wurde zerrissen oder zerschnitten. Aber wegwerfen tat mir leid! Ich fand die PiseLotte.“

Ihrer aufregenden Biografie folgend, findet man den Zugang zu ihrem künstlerischen Werk. Ihre Bilder vermitteln eine besondere Sicht auf diese Welt, die der Betrachter neugierig erforschen muss. Mit besonderer Empathie widmete sich die musikbegeisterte Künstlerin der Person Udo Lindenberg, von dem einige Bilder entstanden und in dieser Ausstellung zu sehen sind.

Geboren am 6. Februar 1944 im sächsischen Leisnig wuchs Katarina Jensen, nach einer abenteuerlichen Flucht aus dem Osten, ab 19:45 Uhr in Altena / Westfalen auf. Nach dem Magister Artium, eine Ausbildung, die sieben freie Künste umfasst, zog sie 1970 in eine Kölner Wohngemeinschaft und gründete dort das Frauenzentrum Ehrenfeld e.V.

Wenig später siedelte sie in die burgenländische Kommune des Malers und umstrittenen Aktionskünsters Otto Mühl um. Dort fanden jeden Tag Mal- und Zeichenkurse sowie abendliches eineinhalb stündiges Aktzeichnen statt. Die Künstlerin engagierte sich nebenbei in einem kommuneeigenen Verlag, widmete sich seit 1980 der Pädagogik und unterrichtete Kunst für Kinder und Erwachsene.

Ihre Wanderschaft führte sie dann nach Marseille, München und an die Algarve. Dort ließ sie sich 1996, gemeinsam mit einem Freundeskreis von 16 Erwachsenen und neun Kindern, nieder. Katarina Jensen unterrichtete die Kinder in Sprache und Musik als Schwerpunktes. Gleichzeitig malte sie die Landschaft in der Gegend mit Aquarell und Ölkreide.

„Das unsichtbare sichtbar machen durch die Realität – das mag vielleicht paradox klingen – es ist aber wirklich die Realität, die das eigentliche Mysterium des Daseins bildet.“
Diesem Zitat Max Beckmanns fühlt sich die Künstlerin in ihren Arbeiten verbunden.

Natürlich wollte sie nach ihrer Erkrankung nicht einfach aufgeben. Diese veränderte Lebenssituation erforderte eine neue künstlerische Sprache. Betrachtet man die Bilder „ihres alten Lebens“ und vergleicht sie mit ihren heutigen Werken, wird dem Betrachter die Unterschiedlichkeit der Ausdrucksmittel deutlich. In Stoff gemalt, nennt sie ihre heutige Arbeitsweise und betritt mit dem von ihr kreierten Begriff Piselotten ein ganz neues unverwechselbares künstlerisches Terrain.

Ihre gegenwärtigen Bilder erinnern mit ihren erotischen Motiven sowohl an Egon Schiele, als auch in ihren Abstraktionen an Arbeiten des britischen Malers Franzis Bacon.

Heute arbeitet sie in einer Ateliergemeinschaft an der Bundhäuser Spitze in Hamburg und ist Mitglied im Künstlerhaus Georgswerder.

Text der Wandzeitung der Ausstellung 2020 im Torhaus Wellingsbüttel von Mike Holland.